home
aktuell
konzerte
orchester
jugend
bilder
geschichte
repertoire
kontakt
links
chat
gaestebuch
 
 
 
 
Konzerte des

Musikverein Stettfeld e.V.


Jahreskonzert 2004

Die Frau - das "schwache" Geschlecht ? - 
ein musikalisches Frauenportrait



am Sonntag, den 09. Januar 2005
in der Mehrzweckhalle Stettfeld
Konzertbeginn: 18.00 Uhr
Einlass: 17.00 Uhr
Musikalische Leitung: Bernhard Zimmermann


Die Fotos vom Konzert finden Sie hier !


1. Teil:  Liebe, Tod und Leidenschaft

Die Italienerin in Algier
Gioacchino Rossini (arr.: Gerard Boedijn)
Kampf der Isabella gegen Mustafa von Algier
Ouvertüre zur gleichnamigen Oper


Miss Saigon
Claude-Michel Schönberg (arr.: Bernhard Zimmermann)
Eine tragische Liebe in Saigon - 
eine Mutter opfert sich für ihr Kind


Es lebe eine Vilia
Franz Lehar (arr.: Alfred Reed)
Liebe, Leidenschaft und Verführung - 
Das berühmte Vilia-Lied aus der Operette
"Die lustige Witwe"


Oscar for Amnesty
Dirk Brossé
Leben und Sterben der
Marianella Garcia Villas (1948-1983) - 
ein Kampf für die Menschenrechte in El Salvador




2. Teil:  Von der Tradition zur Emanzipation

My Fair Lady
Frederick Loewe (arr.: Robert Russell Bennett)
Eliza Doolittle´s Aufstieg in die feine Gesellschaft


Annen - Polka
Johann Strauß (arr.: Johann Spiessberger)
Strauß´ berühmte Hommage an eine Tänzerin
in einer Bearbeitung für Klarinettenchor


A Grand Grand Ouverture
Malcolm Arnold
Große Putzteufelouvertüre für drei Staubsauger,
einen Bodenpolierer und sinfonisches Blasorchester - 
Männer übernehmen das Regiment im Haushalt


Das Küchenkonzert
Michael Pillinger
1.  Das Tischdecken
2.  Tanz der Geschirre
---
Männer in der Küche - ein riskantes Schlagwerkexperiment


The Typewriter
Leroy Anderson (arr.: Floyd Werle)
Die Frau im Beruf - Solo für
Schreibmaschine, Büroklingel und Blasorchester


Ich gehör nur mir
Silvester Levay (arr.: Peter WesenAuer)
Arie der Sissi aus dem Musical "Elisabeth"




3. Teil:  Zugaben

I don´t know how to love him
Andrew Lloyd Webber (arr.: Frank Bernaerts)
aus dem Musical "Jesus Christ Superstar"


Pomp and Circumstance No.1
Edward Elgar (arr.: Albert Loritz)
Für die Königin - die zweite Nationalhymne der Engländer


Abschied der Slawin
Wassili Agapkin (arr.: Gerhard Baumann)
Marsch aus Russland



 

Konzertbericht

Die Frau – das „schwache“ Geschlecht? 
Mit einem verschmitzten Lächeln zeichnete der Musikverein Stettfeld unter der Leitung von Bernhard Zimmermann bei seinem Jahreskonzert ein musikalisches Frauenporträt und folgte ganz Goethe: „Das ewig Weibliche, es zieht uns (hin)an...“ 
Und angezogen hatte das Konzert rund 600 Zuhörer, die das Orchester und seinen Leiter mit wahren Begeisterungsstürmen feierten und mit stehenden Ovationen mehrere Zugaben erklatschten.

Eröffnet wurde das Konzert mit der mitreißenden Ouvertüre zur Oper „Die Italienerin in Algier“ von Gioacchino Rossini. Raffiniert anmutende Klänge verbunden mit höchsten Ansprüchen bei den Holzbläsern beschrieben den Kampf der Italienerin Isabella gegen Mustafa von Algier, der Isabellas Verlobten und ihre Landsleute gefangen hielt. 
In „Es lebe eine Vilia“ aus Franz Lehars Operette „Die lustige Witwe“ hörte das Publikum ein romantisch aufspielendes Orchester, das sich in einer tänzelnden Melodie ganz der Verführungskunst der Witwe Hanna hinzugeben schien. 
Ungleich dramatischer war der Auszug aus dem Musical „Miss Saigon“. Zerfetzte Blecheinsätze, bombastische tiefe Harmonien und immer wieder dazwischen donnernde Trommeln skizzierten das Grauen des Vietnamkrieges und schilderten den tragischen Tod der jungen Vietnamesin Kim, die sich für das Leben ihres Kindes opfert und dies alles im Kontrast zu einem gefühlvoll aufspielenden Waldhornsatz als Symbol der Liebe und Hoffnung. 
„Arbeitet mit meinem Namen für das Leben meines Volkes!“ Mit diesen Worten wandte sich Tanja Just als Freiheitskämpferin Marianella Garcia Villas an das gebannt lauschende Publikum. Das sinfonische Gedicht „Oscar for Amnesty“ von Dirk Brossé erzählte die tragische Lebensgeschichte Villas, die im Kampf um Menschenrechte in El Salvador starb. Die spannungsgeladene Musik machte die politische Zerrissenheit des lateinamerikanischen Landes deutlich, dessen Protagonistin Villas alias Tanja Just in der Uniform der Freiheitskämpferin auftrat und ihre Friedensbotschaft verkündete, während die Musiker mit einem Chorgesang die Szene unterstützten. Am Ende des eindrucksvollen Stückes wurde die Landesflagge gehisst: Die Widerstandsbewegung mag tot sein, die Hoffnung auf Freiheit aber stirbt nicht. Betretenes Schweigen nach den letzten Klängen auf verdunkelter Bühne, lediglich die Nationalflagge war noch angestrahlt, offenbarte die Betroffenheit des Publikums. Doch dann brandete ein gewaltiger Applaus auf und entlohnte die Musiker für diesen konzertanten Höhepunkt. 
Leichtere Unterhaltung bot im zweiten Konzertteil unter dem Motto „Von der Tradition zur Emanzipation“ das heiter und beschwingt daherkommende „My Fair Lady“, in dem das Orchester groß aufspielte und schon fast zum Tanzen einlud. 
Danach präsentierte sich zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins ein 17köpfiger Klarinettenchor mit der Annen-Polka von Johann Strauß. Das Publikum war begeistert und überrascht von dem warmen und mitreißenden Klang eines reinen Klarinettenorchesters, in dem die Spritzigkeit einer Strauß-Polka so richtig zur Geltung kam. 
Fast nicht aus der Ruhe zu bringen sind Männer, haben sie mal den Weg in die Küche oder gar einen Staubsauger gefunden. In der großen Putzteufelouvertüre „A Grand Grand Ouverture“ von Malcolm Arnold ließen sich Alexander Dörr, Thorsten Gegenheimer und Patrick Zilz an den Staubsaugern sowie Marvin Speh am Bodenpolierer kaum vom Orchester bei ihrer Arbeit stören. Zusammen mit Timo Mengesdorf und Thomas Mönig brachten Dörr und Gegenheimer zudem als Percussion-Ensemble mit Flaschen, Gläsern, Krügen, Töpfen, Nudelholz, Schaummixer, Besteck, Fleischklopfer und Topfdeckeln jede Menge Rhythmus und Taktgefühl in die Küche. 
Derweil rasten die Finger von Nicole Gegenheimer in „The Typewriter“ so rasant über ihre Schreibmaschine, dass Simone Hemberger gerade noch rechtzeitig die Büroklingel betätigen konnte. 
Abschließender Höhepunkt des Konzertes aber war die Arie „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“. Als österreichische Kaiserin Sissi verlieh Karola Woll in einem stilgerechten Kleid und mit bewegender Stimme dem lebenslangen Verlangen Sissis nach Freiheit von höfischer Etikette Ausdruck: “..dann reiß ich mich los und flieg wie ein Vogel ins Licht“. 
Das von der Darbietung ergriffene Publikum war danach nicht mehr zu halten. Mit stehenden Ovationen wurden Sängerin und Orchester gefeiert. 
Als Zugabe sang Karola Woll noch die Arie der Maria Magdalena aus „Jesus Christ Superstar“. 
Abgerundet wurde das Konzert  mit zwei weiteren vom Publikum geforderten Zugaben: mit dem majestätisch anmutenden „Pomp and Circumstance“ und dem russischen Marsch „Abschied der Slawin“. 
Zuvor dankte Vorsitzender Karl-Heinz Gegenheimer allen, die an der Organisation und Durchführung des Konzertes beteiligt waren, darunter besonders dem engagierten Dirigenten Bernhard Zimmermann, dem es immer wieder gelingt, das Orchester mit einem publikumswirksamen Themenkonzert zu Höchstleistungen zu motivieren.



Konzerte